Pferdegesundheit verstehen
Wissen aus unserer tierärztlichen Praxis – verständlich erklärt.
Wissen aus unserer tierärztlichen Praxis – verständlich erklärt.
08.10.2026
Von Fachtierärztin Carina Bosse, M.Sc. Pferdemedizin
Woran
erkennen Sie eine periodische Augenentzündung beim Pferd? Erfahren Sie, welche
Symptome typisch sind, welche Ursachen dahinterstecken und welche
Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Die Equine Rezidivierende Uveitis (ERU), auch periodische Augenentzündung genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung beim Pferd. Die Erkrankung führt zu wiederkehrenden oder chronischen Entzündungen im Augeninneren und kann das Sehvermögen dauerhaft schädigen.
Doch nicht jedes betroffene Pferd zeigt deutliche Beschwerden. Wir erklären, welche Symptome auf eine ERU hinweisen, wie die Erkrankung diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Wann sollten Sie einen Tierarzt rufen?
Ein zugekniffenes, tränendes oder trübes Pferdeauge sollte immer zeitnah, möglichst noch am selben Tag, tierärztlich untersucht werden. Bei einer Uveitis können bereits innerhalb kurzer Zeit bleibende Schäden am Auge entstehen.
Welche Symptome sind typisch?
Wichtig: Nicht jedes Pferd zeigt ausgeprägte Schmerzen. Besonders chronische Entzündungen können über längere Zeit unbemerkt bleiben.
Was verursacht eine periodische Augenentzündung?
Die ERU ist eine immunvermittelte Entzündung im Inneren des Auges. Bei vielen betroffenen Pferden in Deutschland spielt eine intraokulare Infektion mit Leptospiren eine wichtige Rolle. Daneben gibt es andere immunologische und genetisch beeinflusste Formen der Uveitis.
Für die Wahl der richtigen Behandlung ist es deshalb entscheidend, die Ursache möglichst genau einzugrenzen.
Wie wird eine ERU diagnostiziert?
Neben einer ausführlichen Augenuntersuchung können weitere Untersuchungen notwendig sein:
Insbesondere die Kammerwasseruntersuchung kann wichtige Hinweise liefern, ob eine intraokulare Leptospireninfektion vorliegt.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Stadium der Erkrankung und den bereits vorhandenen Veränderungen am Auge.
Medikamentöse Behandlung
Während eines akuten Entzündungsschubes stehen die schnelle Kontrolle der Entzündung und die Schmerzlinderung im Vordergrund.
Vitrektomie
Bei geeigneten Pferden mit leptospirenassoziierter ERU kann eine Vitrektomie sinnvoll sein. Dabei wird der Glaskörper operativ entfernt, um entzündungsfördernde Bestandteile und infektiöses Material zu reduzieren.
Intravitreale Gentamicininjektion
Bei ausgewählten Fällen kann eine Gentamicininjektion in den Glaskörper eine weitere Behandlungsmöglichkeit darstellen. Die Entscheidung erfolgt abhängig vom individuellen Befund.
Kann mein Pferd durch ERU erblinden?
Ja. Wiederkehrende oder chronische Entzündungen können zu bleibenden Schäden führen, beispielsweise zu Katarakt, Glaukom oder Netzhautveränderungen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können helfen, das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten.
Ist jede Augenentzündung beim Pferd eine ERU?
Nein. Auch Hornhautverletzungen, Hornhautentzündungen und andere Augenerkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Eine genaue Untersuchung ist deshalb wichtig.
Kann eine periodische Augenentzündung geheilt werden?
Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache können bestimmte Behandlungen weitere Entzündungsschübe langfristig verhindern oder deutlich reduzieren. Bereits entstandene Schäden sind jedoch häufig nicht rückgängig zu machen.
Ist eine Vitrektomie bei jedem Pferd sinnvoll?
Besonders bei leptospirenassoziierter ERU kann eine Vitrektomie sinnvoll sein. Bei anderen Uveitisformen muss die Indikation anders beurteilt werden.
Sie vermuten eine Augenentzündung bei Ihrem Pferd?
In unserer Fachtierarztpraxis für Pferde in Ratingen untersuchen und behandeln wir Augenerkrankungen mit spezialisierter Diagnostik. Wir beraten Sie individuell, welche Behandlung medizinisch sinnvoll ist.
Kontaktieren Sie uns bei Augenbeschwerden möglichst frühzeitig, damit wir die notwendige Behandlung einleiten können.